Drei Tage auf La Palma reichen aus, um sich in die Isla Bonita zu verlieben -- auch wenn Sie sicherlich wiederkommen möchten. Mit dieser kompletten Route lernen Sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen: die Hauptstadt, die spektakuläre Westküste mit ihren Meereshöhlen, die Caldera de Taburiente, den Roque de los Muchachos und die Lorbeerwälder des Nordens. Wir schlagen Ihnen einen Tag-für-Tag-Reiseplan mit praktischen Tipps vor, damit Sie jeden Moment optimal nutzen können.
Suchen Sie einen Gesamtüberblick über die Insel? Werfen Sie einen Blick in unseren kompletten Guide: Was tun auf La Palma, um Ihre Reise im Detail zu planen.
Tag 1: Santa Cruz, Westküste und Kajak-Erlebnis
Vormittag: Altstadt von Santa Cruz de La Palma
Beginnen Sie Ihre Reise in Santa Cruz de La Palma, der Hauptstadt der Insel. Spazieren Sie über die Calle Real (Calle O'Daly), eine der schönsten Straßen der Kanaren, mit ihren traditionellen Holzbalkonen und bunten Kolonialgebäuden. Rechnen Sie mit etwa 1,5 bis 2 Stunden, um das historische Zentrum in Ruhe zu erkunden.
Verpassen Sie nicht die Plaza de España mit der Kirche El Salvador (16. Jahrhundert) und dem Renaissance-Rathaus. Von dort sind es nur wenige Schritte zur Avenida Marítima mit ihren berühmten Holzbalkonen, die direkt über dem Meer thronen – das meistfotografierte Postkartenmotiv der Stadt. Wenn Sie sich für Geschichte interessieren, ist das Schiffsmuseum Barco de la Virgen, untergebracht in einer Nachbildung der Karavelle Santa María, ein schneller und kurioser Besuch (Eintritt ca. 3 €).
Tipp zum Mittagessen: In der Altstadt finden Sie zahlreiche Guachinches und Tapas-Bars. Probieren Sie hier zum ersten Mal die palmerische Küche, bevor es an die Küste geht.
Nachmittag: Porís de Candelaria und Kajak zur Cueva Bonita
Nach dem Mittagessen fahren Sie an die Westküste für das Highlight des Tages: einen Kajakausflug ab dem Porís de Candelaria. Dieses versteckte Höhlendorf, geschützt unter einer riesigen Felsklippe, ist bereits für sich allein einen Besuch wert. Von Santa Cruz aus fahren Sie etwa 45 Minuten über die Gipfelstraße (LP-3) hinunter ins Aridane-Tal und weiter nach Tijarafe.
Von hier aus starten Sie im Kajak über kristallklares Wasser und paddeln entlang der beeindruckenden vulkanischen Steilklippen von Tijarafe bis zur Cueva Bonita, einer Meereshöhle, in der das einfallende Licht das Wasser in unwirkliche Blau- und Türkistöne taucht. Wenn Sie sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen möchten, können Sie Ihre Kajaktour zur Cueva Bonita direkt online buchen – die Plätze in den kleinen Gruppen sind begrenzt.
Der Ausflug dauert etwa 2,5 bis 3 Stunden und ist für alle Niveaus geeignet – Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die Gruppen sind klein und die einheimischen Guides kennen jeden Winkel dieser Küste, halten unterwegs an versteckten Buchten und erzählen von Geologie und Legenden der Insel. Neopren, Schwimmweste und wasserdichte Tonne sind inklusive. Es ist ohne Zweifel eines der unvergesslichsten Erlebnisse auf La Palma.
Zum Abschluss des Tages bleiben Sie für den Sonnenuntergang in Tijarafe oder am Mirador del Time hoch über dem Aridane-Tal. Die Sonnenuntergänge an der Westküste von La Palma gehören zu den spektakulärsten der Kanaren – die Sonne versinkt hier ungestört im offenen Atlantik.
Tag 2: Caldera de Taburiente und Roque de los Muchachos
Vormittag: Nationalpark Caldera de Taburiente
Der zweite Tag ist dem bergigen Inselinneren gewidmet. Die Caldera de Taburiente ist der Nationalpark von La Palma und eine der beeindruckendsten Landschaften der Kanaren: ein riesiger Erosionskrater von fast 10 km Durchmesser, umgeben von Wänden, die über 2.000 Meter hoch aufragen. Der bequemste Einstieg ist der Mirador de la Cumbrecita, nur etwa 20 Minuten von El Paso entfernt.
Wichtig: Die Zufahrt zur Cumbrecita ist reguliert. Reservieren Sie Ihren Parkplatz kostenlos im Voraus auf der offiziellen Website des Nationalparks (reservasparquesnacionales.es), besonders in der Hochsaison – ohne Reservierung wird man an der Schranke abgewiesen. Von den Aussichtspunkten Cumbrecita, Los Roques und Lomo de las Chozas genießen Sie die Panoramablicke, ohne lange laufen zu müssen (kurze Rundwege von 30–90 Minuten).
Wenn Sie gerne wandern, können Sie stattdessen von Los Brecitos hinunter ins Innere der Caldera bis zur Cascada de Colores (Wasserfall der Farben) absteigen, wo durch Eisenmineralien rostrot gefärbtes Wasser ein einzigartiges Farbspektakel erzeugt. Diese anspruchsvolle Route erfordert eine mittlere bis gute Fitness und etwa 5–6 Stunden; ein Taxi-Transfer bringt Sie zum Startpunkt Los Brecitos, da die Piste dorthin nicht für Mietwagen freigegeben ist.
Nachmittag: Roque de los Muchachos und Sternenhimmel
Am Nachmittag fahren Sie zum Roque de los Muchachos, dem höchsten Punkt von La Palma mit 2.426 Metern. Die Auffahrt über die kurvenreiche LP-4 dauert von Santa Cruz aus etwa 1,5 Stunden – planen Sie Zeit ein und tanken Sie vorher. Hier befindet sich das Observatorium Roque de los Muchachos, eines der wichtigsten der Welt. Von der Spitze aus sind die Aussichten atemberaubend: An klaren Tagen sieht man Teneriffa mit dem Teide, La Gomera und El Hierro.
Am späten Nachmittag ist das Wolkenmeer (mar de nubes), das sich unter Ihren Füßen bildet, ein unvergessliches Naturschauspiel: Die Passatwolken stauen sich an den Nordhängen und Sie stehen darüber im goldenen Abendlicht.
La Palma ist ein Starlight-Reservat, und von den Gipfeln aus ist die Milchstraße mit erstaunlicher Klarheit zu sehen. Runden Sie den Tag mit einer geführten Sternenbeobachtung ab (im Voraus buchen) oder halten Sie einfach an einem der offiziellen Aussichtspunkte für Astrofotografie. Nehmen Sie warme Kleidung mit – nachts fallen die Temperaturen auch im Sommer deutlich unter 10 °C.
Tag 3: Der grüne Norden von La Palma
Vormittag: Lorbeerwald von Los Tilos und Cubo de la Galga
Ihr dritter Tag führt Sie in den Norden der Insel, die grünste und üppigste Zone von La Palma. Beginnen Sie in Los Tilos, einem UNESCO-Biosphärenreservat, in dem Sie einen der am besten erhaltenen Lorbeerwälder (Laurisilva) der Welt finden. Dieser prähistorische Wald, der vor Millionen von Jahren große Teile Europas bedeckte, überlebt hier dank des feuchten Mikroklimas der Passatwolken.
Am Besucherzentrum von Los Tilos startet ein kurzer Weg zum Wasserfall. Wer mehr Natur möchte, wählt den Rundweg Cubo de la Galga: etwa 2–2,5 Stunden zwischen Riesenfarnen, moosbewachsenen Bäumen und dem dichten grünen Blätterdach – eine der schönsten und einfachsten Wanderungen der Insel. Wenn Ihnen dieser Wald Lust auf mehr geführtes Naturerlebnis gemacht hat, entdecken Sie auch unsere geführten Touren, mit denen Sie La Palma abseits der Touristenpfade kennenlernen.
Mittag: San Andrés y Sauces und Charco Azul
Weiter geht es nach San Andrés y Sauces, einer Gemeinde, die historisches Erbe mit Natur verbindet. Besuchen Sie den historischen Ortskern von San Andrés mit seiner Kirche und den Kopfsteinpflasterstraßen, und steigen Sie dann zum Charco Azul hinab, einem der schönsten Naturbecken der Kanaren. Aus vulkanischer Lava geformt und vom Ozean gespeist, ist es ein perfekter Ort für ein erfrischendes Bad inmitten einer spektakulären Landschaft (kostenloser Eintritt, umgebaute Becken mit Leitern und Duschen).
Nutzen Sie die Mittagszeit, um die lokale Gastronomie zu probieren: Papas arrugadas mit Mojo, gegrillter Queso palmero mit grünem Mojo, frischer Fisch und Wein aus den Weinbergen der Insel. Die palmerische Küche ist einfach, aber voller Geschmack. In San Andrés y Sauces und Barlovento finden Sie authentische Restaurants mit fairen Preisen.
Nachmittag: Barlovento und La Fajana
Falls noch Zeit bleibt, fahren Sie nach Barlovento zu den Naturbecken von La Fajana, wo drei in den Fels gebaute Meeresbecken zum Baden mit Blick auf die tosende Brandung einladen. Alternativ besuchen Sie das Dorf Garafía mit seinen jahrhundertealten Drachenbäumen und dem archäologischen Gebiet La Zarza mit Felsritzungen der Ureinwohner (Benahoaritas).
Praktische Tipps für 3 Tage auf La Palma
- Mieten Sie ein Auto: Es ist unerlässlich, um sich auf der Insel fortzubewegen. Die Entfernungen sind nicht groß, aber die Straßen sind kurvig und die Fahrzeiten länger, als es auf der Karte erscheint.
- Buchen Sie im Voraus: Sowohl der Zugang zur Cumbrecita als auch die Kajakausflüge erfordern eine Voranmeldung, besonders in der Hochsaison.
- Kleiden Sie sich in Schichten: An der Küste ist die Temperatur das ganze Jahr über angenehm, aber auf den Gipfeln kann es selbst im Sommer sehr kalt werden.
- Stehen Sie früh auf: Die Vormittage sind in der Regel klarer, besonders in den höheren Lagen. Die Sonnenuntergänge an der Westküste sind unverzichtbar.
- Geeignetes Schuhwerk: Wenn Sie wandern möchten, tragen Sie Wanderschuhe oder Trekkingschuhe. Die vulkanischen Wege können rutschig sein.
Drei Tage bieten viel auf La Palma, aber wenn Sie die Möglichkeit haben, länger zu bleiben, schauen Sie sich unseren 7-Tage-Reiseplan an, um noch mehr Ecken der Insel zu entdecken. Und wenn Sie ein anderes Erlebnis suchen, das Abenteuer und Natur verbindet, verpassen Sie nicht unsere geführten Kajakerlebnisse entlang der wildesten Küste der Kanaren. Der beste Tipp für Ihren ersten Tag: Sichern Sie sich frühzeitig Ihren Platz auf der Kajaktour zur Cueva Bonita, denn die kleinen Gruppen sind oft schon Tage im Voraus ausgebucht.